Wahlmodul

Il Castello Forgiato Emmelie Ulbrich

Außenraumvisualisierung
Bestandsfotos
Erdgeschoss

Obergeschoss
Ansicht
Schnitt
Innenraumvisualisierungen

Projekttext

INTERVENTION CASTELLO ARNARA/ IT

Arnara leidet wie viele vergleichbare Kommunen unter Abwanderung, Überalterung, Gebäudeleerstand und Verfall, aber auch unter der Zersiedelung der Landschaft. In Zeiten, in denen Zukünftiges unsicher erscheint und positive Utopien zur Mangelware geworden sind, soll im historischen Zentrum Arnara´s ein vorbildlicher Ort entstehen, der eine aktive und theoretische Auseinandersetzung mit Architektur, Kultur und Geschichte ermöglicht und der mittelalterlichen Burg eine neue Bedeutung für das Dorf und die Region zuweist.

In dem zweiwöchigen Blockseminar werden wir uns der Aufgabe stellen, Ideen für sinnvolle Interventionen in Bezug auf das Castello zu entwickeln, die Arnara zu einem Vorbild in der Region werden lassen könnte. Dazu betrachten wir unter anderem folgende Fragestellungen:

Was bietet die Region im Vergleich?
Welchen historischen Wert hat die Burg?
Welche Bedürfnisse hat die Bevölkerung und die Gemeindevertretung?
Welche Nutzungen sind dort im Zentrum des Dorfes denkbar?

Die Entwurfsideen sollen den Dorfbewohnern und den Gemeindevertretern positive, visionäre Anregungen geben, schöpferische Prozesse anstoßen und ein waches, kritisches Bewusstsein für Räume, Architektur, Kultur, sowie ein kreatives gesellschaftliches Miteinander wecken. Das Potential und die Stimmung des Arbeitsortes im Dorfzentrum soll dabei inspirieren, ebenso wie auch das künstlerische Werk Arturo Ciacelli´s, der 1883 in Arnara geboren wurde, viele internationale Kontakte zur künstlerischen Avantgarde des frühen 20. Jh. pflegte und als ein Vertreter des italienischen Futurismo überregionale Bekanntheit erlangte.

Skizzenhaft werden die Entwurfsideen in Freihandzeichnungen, maßstäblichen Grundrissen, Schnitten, Ansichten, collagehaften Visualisierungen und Arbeitsmodellen ausgearbeitet. Konzeptidee, Entwurf und Darstellung werden zu gleichen Teilen gewichtet. Masterstudierende entwickeln zusätzlich einen vertiefenden Fassadenschnitt/ bzw. Detail nach Absprache. Die Ergebnisse werden vor Ort in einer Abschlussausstellung präsentiert.

Entwurf:
Das Castello wird aus sich heraus in 4 Phasen wieder erweckt. Die zu Beginn angesetzte „grobe Schmiede“ leistet dazu mit der eigenen Fertigung von Mauerankern auch in der weiteren Region einen Beitrag. Neben der im Obergeschoss angesetzten Bauteilbörse schafft sie neue Arbeits- und Ausbildungsplätze im Dorf und soll den Austausch auch über die Grenzen des Dorfs hinaus fördern. Sobald der Aufbau abgeschlossen ist, wird im westlichen Erdgeschoss eine „feine Schmiede“, die sich an der Cocaria inspiriert, einziehen. Das Konzept soll die lokale Kultur unterstützen und auch für sanften Tourismus interessant werden. Daher werden in den nächsten Schritten der Garten und zum Schluss der alte Turm ertüchtigt um sie aufzuwerten und erlebbar und zugänglich zu gestalten.
Im gesamten Prozess wird auf gezielte Kleinsteingriffe gesetzt die in Ihrer metallischen Materialität das Nutzungskonzept der Burg wieder aufgreifen und akzentuieren.

Dozenten

  • Claudius Pratsch
  • Prof. Andrea Dung

Jahr

2025